€ 22 Millionen in vier Jahren
Vier Jahre lang verhängte die DNB Maßnahmen gegen Krypto-Börsen, die die Niederlande ohne Registrierung bedienten. Der Zähler: € 22 Millionen — fünf Bußgelder und zwei voll aufgelaufene Zwangsgelder.
Jede Zeile unten stammt aus einem veröffentlichten DNB-Beschluss, mit Link dazu. Keine Gerüchte, keine Schätzungen.
Und der Ausgang unterscheidet sich je nach Name — wer zahlte, wer sich wehrte und wer doch noch ordentlich durch die Vordertür kam, steht weiter unten.
Die fünf Bußgelder
| Börse | Sanktionierte Gesellschaft | Betrag | Beschluss | Wie es ausging |
|---|---|---|---|---|
| Binance | Binance Holdings Ltd | € 3.325.000 | 25. Apr. 2022 | Widerspruch zurückgezogen; rechtskräftig und vollständig bezahlt. Beschluss ↗ |
| Coinbase | Coinbase Europe Ltd | € 3.325.000 | 18. Jan. 2023 | Kein Widerspruch eingelegt; rechtskräftig. Beschluss ↗ |
| Crypto.com | Foris DAX MT Ltd | € 2.850.000 | 2. Okt. 2023 | Das Gericht senkte auf € 2.277.500; die DNB legte Berufung ein, das Verfahren läuft. Beschluss ↗ |
| Bybit | Bybit Fintech Ltd | € 2.250.000 | 22. Okt. 2024 | Gemildert, weil die niederländischen Kunden zu einem registrierten Partner umzogen. Beschluss ↗ |
| OKX | Aux Cayes Fintech Co. Ltd | € 2.250.000 | 27. Mai 2025 | Gemildert aus demselben Grund; der Verstoß lief bis August 2024. Beschluss ↗ |
Stand: 31. Juli 2026. Jede Zeile verlinkt auf den Beschluss oder die Pressemitteilung auf dnb.nl.
Die zwei, die kein Bußgeld bekamen — und mehr zahlten
Kraken und KuCoin stehen nicht in der Bußgeldtabelle. Sie zahlten mehr.
Beide bekamen eine Anordnung unter Zwangsgeld: einen Befehl aufzuhören, mit € 500.000 Zwangsgeld pro Woche, solange du weitermachst, bis maximal € 4 Millionen. Kraken (Payward International Markets) ließ den Zähler bis zu diesem Maximum laufen — Beschluss ↗. KuCoin (Peken Global Ltd) tat genau dasselbe — Beschluss ↗.
Acht Millionen Euro, ohne dass ein einziges Bußgeld im Spiel war. Einen Befehl zu ignorieren ist hier teurer als der Verstoß selbst.
Was danach geschah
Die Maßnahme ist nie das Ende der Geschichte. Kraken registrierte sich doch noch: Die Konzerngesellschaft Payward Continental Services steht seit dem 7. Februar 2024 im DNB-Register. Bybit und OKX verlegten ihre niederländischen Kunden zu einer registrierten Partei und sahen dafür ihr Bußgeld gemildert. Coinbase zahlte und hat inzwischen eine MiCA-Lizenz über Luxemburg.
Binance zahlte, verließ die Niederlande 2023 und am 1. Juli 2026 den gesamten EWR. Crypto.com ist die einzige Börse, die noch prozessiert: Das Gericht strich € 572.500 vom Bußgeld, woraufhin die DNB vor das niederländische Berufungsgericht für Wirtschaftssachen (CBb) zog.
Zwei öffentliche Warnungen gingen all dem voraus: Binance im August 2021, KuCoin Ende 2022. Wer die Warnung ignorierte, findet seinen Namen oben wieder.
Das Regime, das sie bestrafte, existiert nicht mehr
Alle Maßnahmen stammen aus einem einzigen Regime: der niederländischen Geldwäsche-Registrierungspflicht (Wwft), in Kraft vom 21. Mai 2020 bis zum 30. Dezember 2024. Dann übernahm MiCA, und die Lizenzvergabe wanderte zur AFM — wie das funktioniert, steht hier.
Die Bußgelder bleiben bestehen. Das Gesetz dahinter ist schon Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Sind alle Bußgelder bezahlt?
Binance und Coinbase sind rechtskräftig und bezahlt, die Zwangsgelder von Kraken und KuCoin sind verfallen. Nur der Fall Crypto.com läuft noch: Das Gericht senkte das Bußgeld, und die DNB ist in Berufung gegangen.
Was ist eine Anordnung unter Zwangsgeld?
Ein Befehl, einen Verstoß zu beenden, mit einem Betrag, der automatisch verfällt, solange du weitermachst — hier € 500.000 pro Woche bis maximal € 4 Millionen. Kraken und KuCoin ließen beide den Zähler bis zum Maximum laufen.
Kann die DNB heute noch solche Bußgelder verhängen?
Das Registrierungsregime endete am 30. Dezember 2024, als MiCA in Kraft trat; Lizenzen laufen seitdem über die AFM. Alte Verstöße können aber noch abgewickelt werden — der Fall Crypto.com ist der Beweis dafür.
Bekam Kraken ein Bußgeld?
Nein — etwas Teureres. Kraken bekam eine Anordnung unter Zwangsgeld und ließ sie bis zum Maximum von € 4 Millionen auflaufen, mehr als das höchste Bußgeld auf der Liste.